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Gewichtsreduktion durch Hypnose - Möglichkeiten, Grenzen und Ethik

Der Wunsch, das Körpergewicht zu reduzieren, stellt einen der häufigsten Konsultationsgründe in der hypnotherapeutischen Praxis dar. Daher ist nicht nur eine transparente und achtsame Erläuterung der Möglichkeiten und Grenzen der Hypnose so wichtig, gleichzeitig sollten Klienten auch in ihrer Selbstwirksamkeit hierzu bestärkt werden.

Der ganzheitliche Blick auf die Thematik mit ärztlichen, psychotherapeutischen und naturheilkundlichen Unterstützungen darf nicht fehlen, da sich Stoffwechsel und damit verflochtene geistige Wirkmechanismen ebenfalls verändern müssen. Dieser Artikel stellt Ihnen das Thema achtsam, ethisch, ganzheitlich orientiert und praxisnah vor.

AKTUELLE STUDIEN

Zwar beschäftigen sich unterschiedliche Untersuchungen der letzten Jahrzehnte mit der Frage, inwieweit eine Hypnose zu einer Reduktion des Gewichts beitragen kann. Umfassende Schlussfolgerungen zur Wirksamkeit blieben bisher aus. Dennoch beinhalten einige der Studien spannende Erkenntnisse: Im Jahr 2022 forschten Delestre et al. im Rahmen einer randomisierten, kontrollierten klinischen Studie, wie sehr eine Hypnose Patienten bei der Verringerung der Impulsivität beim Essen unterstützen könne. Dabei wurde zwischen September 2014 und Juli 2015 mit Erwachsenen mit einem BMI (in kg/m2) von 30 bis 40 und einem hohen Enthemmungswert (>8 im Three Factor Eating Questionnaire) gearbeitet. Der Kontroll- und Hypnosegruppe wurden acht Workshops dieselbe standardmäßige Ernährungsberatung zugeteilt. Die Teilnehmer der Hypnosegruppe absolvierten zusätzlich acht Hypnosesitzungen inkl. Selbsthypnose-Training. Enthemmung, Daten zur Nahrungsaufnahme, kardiometabolische Parameter und körperliche Aktivität wurden zum Ende der Untersuchung und nach acht Monaten analysiert. Es zeigte sich, dass nach acht Monaten die Probanden der Hypnosegruppe hinsichtlich der Enthemmung, Gewicht, BMI und Hungeranfälligkeit signifikant besser abschnitten als die Kontrollgruppe. Solche Auswertungen machen Mut, mittels weiterer Studien diesen Bereich stärker unter die Lupe zu nehmen.

Im Jahr 2023 führten Rosalim et al. eine qualitative Studie durch, die die Hypnose als ergänzende Maßnahme bei übermäßigen Gewichtsproblemen anhand von semistrukturierten Interviews untersuchte. 15 Teilnehmer (11 Frauen und 4 Männer) erhielten drei Hypnosetherapiesitzungen an der Universität in Terengganu, Malaysia, und wurden hinsichtlich individueller Erfahrungen, wahrgenommener Hindernisse und Unterstützung bei der Umsetzung eines gesünderen Lebensstils befragt. Alle Befragten gaben an, ihr Gewicht um mehr als 5% reduziert haben zu können, da sie nun eine achtsamere Ernährungsweise integrierten und motivierter ihren Lebensstil verändern konnten. Herausforderungen seien die teureren gesunden Lebensmittel und geringe Hilfe im sozialen Umfeld. Auch diese Untersuchung bildet nur eine sehr geringe Testmenge ab und weiterführend braucht es zusätzliche Maßnahmen, um das Gewicht zu halten. Dennoch zeigen sich auch in Asien Bestrebungen, der Hypnosetherapie mehr Raum im Hinblick auf Gewichtsregulation zu bieten.

ETHISCHE HALTUNG UND ABGRENZUNG

Diesem Aspekt möchte ich hier ausreichend Beachtung geben, da Klienten durchaus mit überzogenen Erwartungen an die Hypnose in die Praxis kommen und manchmal enttäuscht sind, weil sie hoffen, dass ein neues Essverhalten einprogrammiert wird. So einfach ist es leider nicht, darum müssen wir uns im Rahmen der Anamnese stets genau die Ausgangslage des Gegenübers ansehen. Mehr dazu später. Eine achtsame und ethische Grundhaltung zählt aus meiner Erfahrung und Ausbildung heraus zum Grundverständnis. Gerade bei der Gewichtsregulation muss dies noch stärker hervorgehoben werden.

Die Hypnose sollte stets als ergänzendes Verfahren angesehen und den Klienten erklärt werden.

Prinzip der Komplementarität: Die Hypnose sollte stets als ergänzendes Verfahren angesehen und den Klienten erklärt werden. Sie ersetzt keine Psychotherapie, Medikamente oder ärztliche Maßnahmen. Daher darf sie auch nie den Eindruck erwecken, die alleinige Lösung zu sein – geschweige denn Heilversprechen geben.

Prinzip der Ursachenforschung: In der Hypnosetherapie sehen wir in einem bestimmten Beschwerdebild oder einem Wunsch zur Veränderung nie eine alleinige Ursache, viel mehr wird von einer Multikausalität ausgegangen. Das bedeutet, dass verschiedene Faktoren zusammenwirken und das „Problem“ hervorrufen. Daher erfolgt auch nicht die verzweifelte Suche nach dem alleinigen Ursprung, den es zu lösen gilt. Viel mehr werden dem Unterbewusstsein Handreichungen geboten, das Thema ressourcenorientiert und durch selbstaktive Unterstützung des Klienten im Alltag zu verändern.

Prinzip der Eigenständigkeit: Passend zum letzten Punkt sei ergänzt, dass der Klient stets gefragt wird, ob er eine Arbeit mit der Vergangenheit wünscht – seien es bekannte oder unbekannte Situationen. Gerade wenn jemand in psychotherapeutischer oder psychiatrischer Behandlung ist, sollte auch eine Abstimmung erfolgen, um bestmöglich vorzugehen und aktuelle Therapieprozesse zu respektieren. Gleichzeitig werden die Worte hinsichtlich Wunschgefühlen und -vorstellungen sowie Zielen so ernst genommen, dass sie in die Hypnosesitzung eingebaut werden. Wesentliche Eckpfeiler stellen Eigenressourcen des Klienten/Patienten dar.


Prinzip der Interdisziplinarität: Dieses sehe ich ebenfalls als sehr zentral an. Vor allem Patienten, die an Bulimie, Anorexia nervosa oder massivem Übergewicht leiden oder deren Situation mit Depressionen, Stoffwechselstörungen oder anderen Erkrankungen vergesellschaftet ist, sollten im ersten Schritt ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe erhalten. Die Hypnose kann in Absprache abhängig vom jeweiligen Zustand erfolgen. Patienten müssen jedoch wissen, dass die Hypnosetherapie dann nur nachgeschaltet sein kann. Ein interdisziplinärer Austausch ist in diesem Zusammenhang notwendig und wertvoll. Prinzip der Verhältnismäßigkeit: Gerade bei Minderjährigen gilt stets eine Abstimmung mit den Erziehungsberechtigen bzw. mit Ernährungsberatungsstellen, da hormonelle Veränderungen in der Pubertät sowie andere Prozesse Berücksichtigung finden müssen. Doch auch Erwachsene werden angeregt, sich auf ein Idealgewicht einzustellen, sodass ein verändertes Körpergewicht im Rahmen des eigenen Wohlbefindens verhältnismäßig bleibt. Dabei wird auf eine ausgewogene Nährstoffaufnahme geachtet, sodass kein reiner Verzicht im Vordergrund steht. Gleichzeitig wird nicht der Eindruck erweckt, über ernährungswissenschaftliche Kenntnisse zu verfügen, falls nicht vorhanden. Die Hypnosetherapie stellt zudem keinen Ersatz für Ernährungsberatungen oder ernährungspsychologische Interventionen dar.

AUSGANGSLAGE

Wie erwähnt, kann dies im Rahmen des Erstgesprächs und der Anamnese als Richtungsweiser angesehen werden. Hier gilt, zu verstehen, mit welcher Intention bzw. Erwartung der Klient in die Praxis kommt: Ich möchte abnehmen, ich möchte Zucker reduzieren, ich möchte weniger Essattacken im Alltag, ich möchte weniger essen, ich möchte Stress auf andere Weise regulieren, ich möchte mich gesünder ernähren etc. Von dieser Ausrichtung hängt die gesamte Zusammenarbeit und auch die Erläuterung der Möglichkeiten ab. Geben Klienten nur das Ziel an, 20-30 kg abnehmen zu wollen, mit dem Auftrag, das Unterbewusstsein dementsprechend zu programmieren, so funktioniert dies in den seltensten Fällen. Es muss klar analysiert werden, wie die aktuelle Ernährungsweise aussieht und dass es konkrete Umsetzungsschritte vonseiten des Klienten braucht. Falls ein Essverhalten als Kompensation zu Stress, Herausforderungen im Alltag oder Überlastungen beobachtet wurde, so kann überlegt werden, ob es zu Beginn nicht Ansätze aus dem Stressmanagement braucht. So soll verhindert werden, dass sich ein mögliches Ventil vom Essen auf einen anderen Aspekt des Lebens überträgt und belastend auswirkt. V. a. die Selbstregulation oder eine Veränderung der Sichtweise auf Ernährungsweise bzw. Zuckerzufuhr lässt sich, wie die Studien zeigen, nachhaltiger verankern. Auch eine Reduktion von schädlichen Nahrungsmitteln mit mehr Aufmerksamkeit auf förderliche lässt sich umsetzen. 

Steckt hinter dem Essverhalten möglicherweise ein anderes Thema im Hinblick auf das Selbstbild, Glaubenssätze oder belastende Erlebnisse aus der Vergangenheit, so sollte unbedingt wieder an die obigen Prinzipien gedacht werden. In der Hypnosetherapie möchten wir das Unterbewusstsein positiv nähren und es anregen, negative Bewertungen zu verändern, um gestärkt in die Zukunft zu gehen. Nicht immer muss dazu der Blick zurückgerichtet werden. Aus diesem Grund sehe ich eine Bestandsaufnahme bzw. die Ausgangslage bei der Gewichtsregulation als so wesentlich an.

METHODISCHER ZUGANG

Nun möchte ich mit Ihnen unterschiedliche Verfahren der Hypnosetherapie nach dem SchweizerHypnosetherapie-Experten Gabriel Palacios genauer betrachten. Jedes dieser Instrumente hat seine Berechtigung und Vorzüge. Im Vorfeld sollte stets geklärt worden sein, welche Wunschgefühle und -vorstellungen der Klient aufweist.

Wirkdialog
Dieser eignet sich v. a. dann, wenn das Gegenüber sehr „verstandeslastig“ und noch sehr in seinen Gedanken verhaftet ist. Zu Beginn wird auf Basis der Wunschgefühle eine bestärkende Eigenressource aus einem schönen Moment aus der Vergangenheit oder einem fiktiven zukünftigen Moment aufgesucht. Mit dieser gemeinsam begegnet man dann Hürden in Bezug auf die Zielsetzung (Essverhalten, Gewichtsreduktion etc.). Unterstützt durch die Ressource werden die Hindernisse in der Vorstellung überwunden und bei gleichzeitig Anker aufgebaut (= Geben von Schlüsselreizen, verbunden mit positiven Gefühlen bzw. Erinnerungen). Letztere dienen dann zur Weiterarbeit im Alltag.

Posthypnotische Suggestionen
Unter Suggestionen verstehen wir in der Hypnosetherapie formelhafte Sätze, die im Unterbewusstsein tief wirken und unsere Sichtweise beeinflussen können. Auch Glaubenssätze gehen in diese Richtung und färben unseren Blick, in diesem Fall vielleicht hinsichtlich Körperbild, Nahrungsaufnahme oder Sättigungsgefühl. Bereits im Vorgespräch, jedoch auch während der Hypnose selbst, können positive Suggestionen als Gegenkraft zu den bisherigen entwickelt werden. Diese werden dann immer – über den Tag verteilt – wiederholt und sollen, v. a. bei einem sehr starken Verlangen nach Zucker oder anderen ungesunden Nahrungsmitteln, die verzerrte Wahrnehmung verändern. Hierbei kann auch die therapeutische Aversion zum Einsatz kommen: Dazu wird eine Abneigung gegenüber den entsprechenden Nahrungsmitteln mithilfe bestimmter Formulierungen aufgebaut. Auch das fordert wieder eine hohe Achtsamkeit, sodass sich der Klient damit auch identifizieren kann und keine Befürchtungen haben muss, falls er doch einmal schwach wird. Bei Schokolade könnte man sagen: eklig, klebrig-süß, als würdest du einen Löffel reinen Zucker zu dir nehmen. Ein Vergleich, orientiert an den Bedürfnissen des Klienten, zeigt für das Unterbewusstsein dabei hohe Relevanz. 

Hypnoanalytische Arbeit
Hiermit ist die Auseinandersetzung mit möglichen, dem Essverhalten verbundenen geistigen Mechanismen gemeint. Dabei können Erfahrungen aus der Vergangenheit eine Rolle spielen. Nicht selten kann ein Zusammenhang mit einem „geistigen Mangel“ (psychischer „Hunger“ als emotionales Bedürfnis) bestehen, der sich anhand von Gewichtsproblemen durch eine belastende Wahrnehmung im Bereich des Bauches/Sonnengeflechts zeigen kann. Klienten berichten hier häufig von einer Leere im Bauchraum (Achtung bei Äußerung von genereller Leere!). Eine Möglichkeit, um diese zu füllen, kann eben Essen darstellen. Dies kann auch dazu führen, dass das natürliche Sättigungsgefühl überschritten wird. Soweit die theoretischen Hintergrundüberlegungen. Als Instrument eignet sich hier beispielsweise die sogenannte Affektbrücke, bei der man sich z. B. anhand der Leere im Bauchraum zu einem möglichst frühen Moment in der Vergangenheit führen lässt, wo dieses Gefühl zu einem der ersten Male auftrat. Unterstützend wirkt wieder eine Eigenressource mit, die die damalige Wahrnehmung mildern und herausfordernde Bewertungen abschwächen soll. Ist dem Klienten eine bestimmte belastende Situation in der Vergangenheit hinsichtlich des Essverhaltens bekannt, so kann auch konkret mit dieser gearbeitet werden. Hierbei sollte einfühlsam darauf geachtet werden, Retraumatisierungen zu vermeiden!

Lösungstrance
Manchmal lassen uns gewisse Gedanken, Vorstellungen und Glaubenssätze geistig in einem Problem verharren. Gleichsam verfügen wir über solche, die uns auf dem Weg zur Lösung begleiten. Sprechen Klienten in Bezug auf Gewichtsregulation diese Worte aus, so sollte man im Vorgespräch sehr hellhörig dafür sein. Idealerweise können diese als sogenannte Lösungstrance in die Sitzung eingebaut und als posthypnotische Suggestion immerzu wiederholt werden – auch später selbstständig durch den Klienten. Eine entsprechende Lösungstrance könnte sein: „Ich bin überzeugt, wenn ich wieder ein normales Sättigungsgefühl spüre, fällt mir das Abnehmen leichter.“ Werden entsprechende Programmierungen hinsichtlich des Stoffwechsels angestrebt, so sollten diese im Einklang mit einer möglichen Lösungstrance sein. Wird eine solche genutzt, stärken wir auch die Compliance mit dem Klienten, weil er sich ernst genommen und gesehen fühlt. Gleichsam ist eine stärkere Identifikation mit der Hypnosesitzung möglich. Es sei jedoch gesagt, dass im Vorgespräch nicht auf Biegen und Brechen auf eine Lösungstrance hingearbeitet werden muss. Häufig entsteht diese aus dem Austausch heraus.

Progressive Vorgehensweisen
Spricht aus einem ärztlichen oder therapeutischen Grund etwas gegen eine hypnoanalytische Vorgehensweise oder lehnt der Klient diese von sich aus ab, so kann auch zukunftsorientiert gearbeitet werden. Zum Einsatz kommt wieder eine körpereigene Ressource, die in der aktuellen Situation bestärkt, bei der Anpassung des Körperbildes hilft oder Anregungen im Umgang mit herausfordernden zukünftigen Momenten im Hinblick auf das Essen bietet. Auch posthypnotische Suggestionen (siehe oben) können hier mit einfließen. Gleichzeitig werden wieder Anker kreiert, vielleicht auch hinsichtlich des Stoffwechsels, die im Alltag einfach angewandt werden können. Die Mitarbeit des Klienten ist essenziell, weil wir uns an einer Neuausrichtung der Zukunft orientieren.

Selbsthypnose und Weiterarbeit
Ganz gleich, welche Vorgehensweise gewählt wird, Schritte zur Weiterarbeit sind bereits aus Sicht der Selbstwirksamkeit des Klienten absolut notwendig.

Keinesfalls sollte der Eindruck nach der Sitzung bestärkt werden: „Mein Unterbewusstsein regelt jetzt alles von alleine. Ich kann meine Lebensweise weiterführen wie bisher.“ Im Nachgespräch sollte auf jeden Fall darauf eingegangen werden, welche Umsetzungen der Klient im Alltag forcieren möchte. Die während der Hypnose entwickelten Anker sollten noch einmal besprochen und notiert werden, sodass das Gegenüber genau weiß, wie diese einzusetzen sind. Tiefgründiger kann eine konkrete, schriftliche Selbsthypnose-Anleitung sein, in der festgehalten wird, wie sich der Klient selbst in Trance begeben möchte (bewusste Atemzüge, Augen schließen, was er im „Hauptteil“ erlebt (Ressource oder Wohlfühlort aufsuchen, Anker anwenden) und wie er sich selbst zurückholt (bewusste Atemzüge, strecken, Augen öffnen). Die Anleitung soll einfach und selbsterklärend sein, sodass sie im Alltag innerhalb weniger Minuten durchgeführt werden kann.

ÜBERLEGUNGEN AUS DER PRAXIS

Unabhängig von den oben beschriebenen Instrumenten und Vorgehensweisen, möchte ich aus der Praxis heraus noch auf einige wesentliche Überlegungen eingehen. Es sollte stets von Beginn an davon ausgegangen werden, dass der Klient seinen Körper und Stoffwechsel am besten kennt. Darauf wird aufgebaut. Gleichsam soll die Hypnosetherapie dabei unterstützen, Sättigungsgefühl und Vielfalt der Ernährung so auszurichten, dass Nährstoffe und Vitamine in dem Umfang aufgenommen werden, dass sie der Gesundheit und dem Wohlbefinden dienlich sind. Aus diesem Grund sollte die Hypnose nicht nur auf eine Veränderung des Speiseplans abzielen, sondern die Ernährungs-, Bewegungs- und Lebensweise generell miteinbeziehen. So darf in Rücksprache mit dem Klienten auch eine Anregung der Eigenaktivierung und -motivation hinsichtlich Vitalität und Fitness erfolgen. Besteht ein Suchtverhalten in Bezug auf bestimmte Nahrungsmittel oder umfassende Essensmengen, gilt neben dem komplementären und interdisziplinären Prinzip auch die Berücksichtigung von möglichen Entzugserscheinungen, wenn eine Reduktion von bestimmten Speisen angestrebt wird. Ein veränderter Fokus in Richtung Erweiterung des Speiseplans kann dazu beitragen, den Mangel auszugleichen und die Bedeutung neuer Nahrungsmittel zu erkennen.


FAZIT

Hypnosesitzungen zum Abnehmen und zur Gewichtsregulation erfreuen sich großer Nachfrage, bedürfen jedoch transparenter Aufklärung und einer detaillierten Erhebung der Ausgangslage sowie der Zielsetzung des Klienten. Gerade dies kann durchaus heikel sein, wenn überzeichnete Erwartungen gestellt oder kein Eigenbeitrag zur Umsetzung im Alltag geleistet werden. Dennoch kann ich aus meiner Erfahrung empfehlen, der Hypnose, eingebettet in ihre Position als komplementäre Methode und ergänzt durch ganzheitliche Maßnahmen, eine Chance zu geben. Vielfältige Zugänge können dazu beitragen, die eigene Selbstwirksamkeit zu fördern, die Sichtweise auf die eigene Nahrungsaufnahme anzupassen und damit zusammenhängende psychische Ursachen zu entschärfen. Eine Hypnosetherapie verringert das Gewicht nicht mit einem Fingerschnippen, sondern regt unser Unterbewusstsein an, seinen Teil zum Gelingen beizutragen.

Literatur

Delestre F et al. (2022): Hypnosis reduces food impulsivity in patients with obesity and high levels of disinhibition – HYPNODIET randomized controlled clinical trial. American Journal of Clinical Nutrition, 115(6), 1637–1645.

Roslim NA et al. (2023): A Qualitative Exploration of Weight Loss Experiences

through Hypnotherapy. International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis, 71(3), 235–249.

Philipp Feichtinger
Heilpraktiker, Naturheil- und Hypnosetherapeut, Coach, Dipl. Lebens- und Sozialberater, Autor, Praxis in Riedau/Österreich Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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