Skip to main content

Die Mentalfeldtechnik als neue Möglichkeit zur Behandlung von Traumafolgen und Posttraumatischem Stress

DIE MENTALFELDTECHNIK ALS NEUE MÖGLICHKEIT ZUR BEHANDLUNG VON TRAUMAFOLGEN UND POSTTRAUMATISCHEM STRESS

Am Beginn einer Traumatherapie höre ich von meinen Klientinnen oft die Befürchtung, durch ein Meer von Tränen waten zu müssen. Und auch in Fachkreisen wird die reinigende Wirkung des Durchlebens und Durchleidens hervorgehoben. Ich teile diese Auffassung nicht, denn traumatische Ereignisse an sich sind doch schon mit Leiden verbunden. Allgemein versteht man unter einem Trauma ein schlimmes Erlebnis, ein schmerzliches Ereignis, das einem selbst geschieht oder das man sozusagen hautnah mitbekommt. Das können prägende Erlebnisse aus der Kindheit sein, Verletzungen, Unfälle, Straftaten, Misserfolge, Zurückweisungen, Trennungen, Scheidungen oder der Tod eines nahestehenden Menschen. Solange man dieses Ereignis nicht adäquat verarbeitet hat, kann es vom Unbewußten aus ständig eine solche Wirkung entfalten, als ob man immer wieder mit dem Erlebnis konfrontiert würde. Eine traumatisierte Person hat also bereits gelitten, oft schon Jahre, ohne dass es ihr besser ging. Ich bevorzuge daher wirksamere und angenehmere Therapiemöglichkeiten, wie die energetische Psychotherapie und insbesondere ihr Herzstück, die Mentaloder Gedankenfeldtechnik. Es gibt kaum Methoden zur Bearbeitung seelischer Traumata, die so genial einfach, so schnell und so sicher sind.

Was ist Mentalfeldtechnik?

Die Mentalfeldtechnik (Thought Field Therapy) ist eine effiziente Kombination von kinesiologischen Techniken, der Klopfakupressur aus der Traditionellen Chinesischen Medizin und hypnotherapeutischen Ansätzen. Sie wurde ab 1980 durch den amerikanischen Psychotherapeuten Roger Callahan begründet. Er behandelte eine Klientin mit einer Wasserphobie schon seit längerem ohne sichtbare Erfolge. Da er sich gerade mit Kinesiologie zu beschäftigen begann, testete er, dass die Phobie den Magenmeridian belastete. Er kam auf die geniale Idee, während seine Klientin weiter an ihre Angst vor Wasser dachte, die Anfangspunkte des Magenmeridians unter den Augen sanft zu klopfen und die Phobie löste sich in wenigen Minuten auf. Was da geschieht, könnte man sich vereinfacht so vorstellen: Man ruft sich das Energiefeld der negativen Gedanken ins Bewußtsein, die einen Meridian blockiert haben. Gleichzeitig stimuliert man einen bestimmten Akupunkturpunkt auf diesem Meridian und löst so den Negativeffekt bzw. die Störung auf. Später wandte sich Callahan auch der Bearbeitung von posttraumatischem Stress mit der gleichen Technik zu und entwickelte so heilende Verfahren für negative Gefühle, egal ob irrational und unangemessen, wie bei einer Phobie oder rational und angemessen, wie bei einem Trauma. Weitere wichtige Vertreter der in den USA sehr erfolgreichen energetischen Psychotherapie sind neben Roger Callahan, Fred P. Gallo, Gary Craig, Silvia Hartmann, Peter Lambrou und George Pratt. Ich arbeite vorwiegend mit den Therapieempfehlungen und Klopfsequenzen, die Peter Lambrou und George Pratt in ihrem Buch "Emotionales Selbstmanagement" veröffentlicht haben. Belastende Emotionen führen zu emotionalem Stress. Wird ein Trauma nicht bearbeitet, entsteht emotionaler Stress. Manchmal unmittelbar danach, oft erst nach Monaten und Jahren. Häufig ist dann der Zusammenhang kaum noch ersichtlich. Aus scheinbar heiterem Himmel entstehen:

- Ängste, besonders die Angst vor der Angst,
- Prüfungsangst und Lampenfieber,
- Phobien, wie Klaustrophobie, Agoraphobie,Aerophobie, Zoophobie, Akrophobie,
- Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen,
- Grübeln und Selbstzweifel,
- Unsicherheit, geringes Selbstvertrauen,
- Eigensabotage u.a.

Sind unsere Emotionen nicht im Gleichgewicht, ist das genauso, als wenn unser Gehirn nicht richtig arbeitet. Außerdem verbrauchen diese starken, immer wiederkehrenden emotionalen Stürme unsere Energie. Meinen Klientinnen erläutere ich diese posttraumatische Belastung am Bild eines Drachens mit mehreren Köpfen. Immer wenn wir uns, bewußt oder unbewußt mit dem traumatischen Ereignis beschäftigen, wächst dem Drachen ein neuer Kopf und er raubt uns noch mehr Energie. Lambrou und Pratt bezeichnen diesen Vorgang als emotionale Endlosschleifen, die in unser Energiesystem eingeordnet sind. Und jedes Mal, wenn die Erinnerung durch etwas Äußeres, ein Bild, eine Ähnlichkeit oder auch ein Gefühl aktiviert wird, wird auch das Gesamterlebnis mit allen negativen Komponenten wieder und wieder aktiviert. Ein wahrer Teufelskreis, der nur unterbrochen werden kann, wenn die gefangene Energie freigesetzt wird und die Energiebahnen des Körpers ungehindert und frei passiert werden können. Und das leistet die Mentalfeldtechnik.

Wie verläuft eine Traumabehandlung mit Mentalfeldtechnik?

Im Vorfeld erfasse ich nur, worin die Belastung besteht. Ist es die Folge eines Unfalls, einer Trennung, eines Missbrauchs, einer Verletzung o.ä. Die Klientin muss nicht über ihre schmerzlichen Erinnerungen reden, wenn sie das nicht möchte. In der Energetischen Psychotherapie geht man davon aus, dass sich durch das ständige Wiedererleben ein neues Trauma bilden kann. Der Einstieg in die Behandlung beginnt mit der subjektiven Bewertung der Belastung, von O bis 10. Damit habe ich während der Klopfsequenzen die Möglichkeit des Vergleichs. Danach folgt die Atemgleichgewichtsübung aus der Angewandten Kinesiologie. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass die Klientin ausreichend entspannt ist, um sich mental auf das Ereignis zu konzentrieren. Dabei geht sie so tief in die Erinnerung, dass diese lebendig wird, aber nicht so tief, dass es schmerzt (dissoziiert oder doppelt dissoziiert). Das ist entscheidend, denn nur wenn die Klientin im richtigen Gedankenfeld ist, können die Klopfsequenzen wirken. Die Klopfakupressur wird an den jeweiligen Anfangs- oder Endpunkten bestimmter Meridiane eingesetzt, um die blockierte Energie frei zu bekommen. Nach jedem Durchgang stuft die Klientin erneut ihren Belastungswert ein, bis er bei 0 liegt. Mit einem Muskeltest, ich benutze den Armlängenreflex, wird überprüft, ob das Trauma auch wirklich „gelöscht" ist. Danach werden durch eine spezielle Kombination von Klopfakupressur und Augenbewegungen beide Hirnhälften wieder ausbalanciert. In der Regel brauche ich zur Bearbeitung eines Traumas mit der Mentalfeldtechnik 1 bis maximal 3 Behandlungen. Ein Trauma zu "löschen" bedeutet nicht, dass es völlig verschwindet, man hat rationale Erinnerungen daran, aber nicht mehr die emotionale Belastung. Für die Klientinnen fühlt sich das sehr unterschiedlich an. Viele verspüren ein deutliches Nachlassen der Spannung im gesamten Körper, mehr innere Ruhe und eine Art Entlastungs- oder Befreiungsgefühl. Bei einer 70-jährige Klientin, die ich wegen Kindesmissbrauch behandelte, verschwand sogar der Unterleibsschmerz, der sie seit Jahrzehnten quälte. Die Mentalfeldtechnik kann als alleiniges Verfahren eingesetzt, aber auch mit Hypnotherapie, NLP oder anderen energetischen Verfahren kombiniert werden. Bei meiner Klientin, Frau R., genügte es als alleiniges Verfahren, um das Trauma eines Auffahrunfalls zu "löschen". Ihr Mann wollte sie dazu zwingen wieder Auto zu fahren und parkte das Auto vor dem Haus, in der Erwartung, dass sie es zurückfahre. Nach der Behandlung von weniger als einer Stunde, brachte ich die Klientin zu ihrem Wagen, um mich zu überzeugen, dass sie ohne Probleme nach Hause fahren konnte. Nicht jedes Trauma ist so schnell zu bearbeiten, da es komplexe Traumata gibt, die durch früher erlebte Ereignisse ähnlicher Art oder ständig wiederkehrende negative Emotionen, wie Scham, Minderwertigkeitsgefühle, Angst, Kummer, Groll und Schuldgefühle regelrecht genährt werden. In solchen Fällen kombiniere ich die Mentalfeldtechnik mit Hypnotherapie, klientenzentrierter Gesprächstherapie oder verordne zur leichteren Bewältigung homöopathische Medikamente. So z. B. bei Frau T., die ihr Leben als eine Kette von Ereignissen beschrieb, die ihr signalisierten, dass sie nichts wert sei. Die Mutter versuchte sie abzutreiben, der Vater verließ die Familie. Sie selbst wurde in ihren Beziehungen immer verlassen und erwartete auch nichts anderes. Vor einem Jahr wurde sie nachts auf der Straße von einem Unbekannten überfallen und niedergestochen. All das habe sie ganz gut weggesteckt. Aber jetzt gäbe es wieder Trennungsabsichten des Partners und sie sei an ihrem Arbeitsplatz zusammengebrochen. Niemand wisse so richtig, was ihr fehle. Der Arzt habe posttraumatischen Stress diagnostiziert. In den folgenden 3 Monaten behandelte ich Frau T. wöchentlich und löschte insgesamt 15 Traumata, die alle zu ihrer mangelnden Selbstakzeptanz beigetragen hatten. Gleichzeitig nutzte ich die Möglichkeiten der Hypnotherapie, um das schwache, sich zögerlich entwickelnde Selbstvertrauen zu stärken. Und ich setzte die Königsdisziplin der energetischen Psychotherapie ein, das Optimierungsverfahren. Heute ist sich Frau T. ihrer Werte mehr bewußt und sie kann inzwischen Nein sagen, wenn sie das Gefühl hat, ausgenutzt zu werden. Natürlich hat sie ab und zu noch Differenzen mit ihrem Partner, aber sie kann besser damit umgehen und ihre Probleme selbst lösen.

Was bewirkt das Optimierungsverfahren?

Das Optimierungsverfahren wurde von Pratt und Lambrou entwickelt. Mit ihm kann man nicht nur lange bestehende Ängste, Stress und belastende Erinnerungen abbauen, sondern endlich auch die Herausforderungen angehen, die man bisher gescheut hat. Man kann sich motivieren bestimmte Ziele zu erreichen, seine Fertigkeiten verbessern und sein Verhalten optimieren. Und man kann sein Selbstwertgefühl stärken und sich glücklicher, selbstbewußter und zufriedener fühlen. Besonders gut läßt sich damit der Stress bearbeiten, der uns hindert, unsere Fähigkeiten auch voll zu präsentieren. Die Angst zu versagen, fehlendes Selbstvertrauen, Frustration und schmerzliche Erinnerungen an Niederlagen hindern uns oft etwas anzugehen, was uns vorwärts bringen würde. So ging es Frau M., einer Klientin mit wahnsinniger Prüfungsangst.

Ablauf einer Optimierung

In der 1. Phase werden alle negativen Emotionen, die zwischen der Klientin und ihrem Ziel stehen mit Klopfsequenzen bearbeitet. In diesem Fall waren es 3 traumatische Erinnerungen an verpatzte Prüfungen, die Angst zu versagen und Frustration. In der 2. Phase wird das Ziel eindeutig und als positive Aussage formuliert. Dann wird geprüft, wie stark die Klientin das Ziel verinnerlicht hat und daran glaubt. Um diesen Glauben, das Vertrauen in sich selbst zu verstärken, wird eine Klopfsequenz solange eingesetzt, bis dieses Gefühl bei einer 10, der höchsten Stelle der Bewertungsskala ist Im Mittelpunkt der 3. Phase stehen Visualisierungen, die das positive Denken weiter stärken sollen. Mit dem gleichzeitigen Aktivieren der Meridianpunkte wird das Unbewußte wie auch das Bewußtsein darauf programmiert, sich die Informationen zu verschaffen, die zur Verwirklichung des Ziels notwendig sind. Am besten wirken gelenkte Visualisierungen, die alle Sinneskanäle einbeziehen. Ich führte daher die Klientin in einer leichten Trance in den erfolgreichen Verlauf der Prüfung, ließ sie den gewünschten Abschluss visualisieren und das Gefühl der Freude und des Stolzes bei der Überreichung ihres Zertifikates erfahren. Auch hier wird die Klopfsequenz so lange fortgesetzt, bis die Zielvision völlig stimmig ist und eine enorme, tatkräftige Energie freigesetzt wird. Denn Lernen musste die Klientin immer noch selbst. Aber ihre Motivation war enorm gestiegen und sie hat einen Monat später die beste Prüfung ihres Lebens abgelegt, wie sie mir versicherte. Mit der Mentalfeldtechnik ist es auch möglich, das Phänomen der Eigensabotage wirksam zu beeinflussen. Das Auflösen der psychologischen Umkehr, wie man es in der energetischen Psychotherapie nennt, hat weitreichende Effekte auf alle Therapieverfahren und kann helfen einen therapeutischen Impasse sehr schnell zu beheben. Gerade wenn Klienten trotz gegenteiliger Beteuerung den therapeutische Prozess behindern und der Therapeut frustriert ist, kann dahinter eine Polaritätsstörung stehen, die sich relativ einfach aufheben lässt. Aus dieser Sicht dürfte die Mentalfeldtechnik für viele Therapeuten von Interesse sein. Literaturempfehlungen: Lambrou, P/Pratt, G. Emotionales Selbstmanagement. Beust Verlag München 2000 Callahan, R./Callahan, J. Den Spuk beenden -Klopfakupressur bei posttraumatischem Stress VAK Verlags GmbH Kirchzarten 2001 Gallo, F. P. Energetische Psychotherapie. VAK Verlags GmbH Kirchzarten 2000 Angaben zu meiner Person, Elfi Sinn: Diplom-Soziologin, Heilpraktikerin und Psychologische Beraterin mit eigener Praxis in Berlin- Mitte. Meine Arbeitsschwerpunkte sind Traumafolgen und posttraumatischer Stress, Ängste und Phobien. Meine psychotherapeutische Ausbildung habe ich an der Deutschen Paracelsus Schule Berlin absolviert, außerdem eine Hypnotherapieausbildung am Milton-Erickson-Institut Berlin.

 

Elfi Sinn

 


Wer die Menschen behandelt, wie sie sind, macht sie schlechter; wer die Menschen behandelt, wie sie sein könnten, macht sie besser.

Johann Wolfgang von Goethe