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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn wir über starke Kinder sprechen, denken viele an gute Noten, Fremdsprachen oder ein Instrument – im Fokus stehen Leistung und Funktionieren. Doch schauen wir ehrlich hin: Kinder sind oft zu überfordert mit einem Alltag, der sie permanent bewertet, beschleunigt und ablenkt. Was ihnen fehlt, ist ein Ort, an dem sie Kraft und Ruhe zugleich erleben dürfen.

Genau hier treffen sich zwei Welten, die auf den ersten Blick gegensätzlicher kaum sein könnten: Meditation und Kampfsport. Auf der Matte lernt ein Kind, zu stehen, körperlich, sicht- und spürbar. Es erlebt Grenzen, Widerstand und Kontakt, übt Fallen und Wiederaufstehen, Aushalten und Stopp-Sagen. Kampfsport ist kein Freibrief für Aggression, sondern ein Trainingsfeld für Respekt, Disziplin und Selbstverantwortung. Ein Kind, das weiß, wie es sich wehren kann, muss oft weniger kämpfen.

In der Meditation geschieht das Gegenteil: Das Kind lernt, still zu werden, nach innen zu lauschen und den eigenen Atem zu spüren. Es erlebt: Ich bin mehr als meine Wut, meine Angst oder mein Zappeln. Es entdeckt einen inneren Raum, in dem es nicht funktionieren muss, sondern einfach sein darf. Zusammen ergeben Meditation und Kampfsport etwas, das unsere Gesellschaft dringend braucht:

Kinder, die kraftvoll sind, ohne hart zu werden. Wehrhaft, ohne gewalttätig zu sein. Wach, ohne dauerhaft im Alarmzustand zu hängen.

Stellen wir uns eine Generation vor, die früh lernt: „Ich darf Raum einnehmen und spüre den Raum des anderen. Ich darf meine Kraft zeigen und kann sie regulieren. Ich darf Fehler machen, fallen und wieder aufstehen.“ Meditation und Kampfsport sind präventive Nervensystemarbeit, gelebte Gewaltprävention und ein hochwirksames Training für Selbstregulation. Sie holen das Kind aus der Überreizung zurück in die Präsenz. In dieser Ausgabe stellt Heilpraktiker Philipp Feichtinger die vielen Vorteile von Meditation im Detail vor, während der Lehrer für Selbstverteidigung Marco Marciano psychologisch relevante Einblicke in die Welt des Kampfsportes für Kinder gibt.

Weitere Themen sind die Suche nach Sicherheit und sozialer Verbundenheit, die Kunst der Kommunikation, Midlife-Crisis, traumasensible Körperarbeit, Hypnose nach Erickson, Energiemedizin bei psychischen Störungen u.v.m.

Außerdem laden wir Sie herzlich ein zum 67. Psychotherapie-Symposium des VFP und präsentieren die wichtigsten Erkenntnisse und Ergebnisse des frisch publizierten BMG-Gutachtens, das mit Vorurteilen gegen die Heilpraktikerschaft aufräumt.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!

Ihr

Dr. Werner Weishaupt Präsident des Verbandes Freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater e. V. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

GENDER-HINWEIS Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Magazin auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.