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Psychotherapie Symposium - Nachlese

Erstmals in seiner 35-jährigen Geschichte hat der VFP das Symposium in Eigenregie ausgerichtet. Nicht nur mit Blick auf die über 200 Teilnehmer war die Premiere ein voller Erfolg – auch das Feedback der Gäste fiel ausgesprochen positiv aus. Zwei Themen standen im Mittelpunkt: „Praxisgründung/Praxisführung“ sowie „Paar- und Sexualberatung“. Beide werden von den Mitgliedern immer wieder nachgefragt.

Zwar stellt der VFP jedem Mitglied beim Start in die eigene Praxis umfangreiche Informationen zur Verfügung. Doch so fundiert diese Materialien auch sind – sie ersetzen nicht die individuelle Beratung, den persönlichen Wissens- und Erfahrungsaustausch, der die jeweilige Situation des Gründers, seine Stärken und Schwächen berücksichtigt.

Wigand Wenninger gab den Teilnehmern konkrete Hilfestellung an die Hand: Wie verläuft der „rote Faden“, an dem die Praxisgründung ausgerichtet sein sollte? Wie sieht ein guter Businessplan aus? Auch Themen wie Honorarabrechnung, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit wurden besprochen.

Die Dres. Melanie und Werner Weishaupt wagten den Blick hinter die Kulissen: Immer wieder klagen einzelne Mitglieder, dass ihre Praxis nicht so recht läuft. Der Bedarf an psychotherapeutischer Unterstützung ist immens, entsprechend kommen Kollegen bei den Terminanfragen kaum hinterher, aber man selbst scheint mit Praxis und Angebot quasi unsichtbar zu sein. Woran kann das liegen? Dr. Werner Weishaupt umschrieb seinen Ansatz mit dem Wort „Resonanzprinzip“: Sehr oft, so der Präsident des VFP, liefern unbewusste Vorstellungen,

Einschränkungen und Verbote des Gründers selbst den Grund für einen mangelnden Praxiserfolg – und das, obwohl sachlich, fachlich, finanziell alles richtig gemacht wurde. Mittels des kinesiologischen Muskeltests lassen sich solche unbewussten Blockaden aufspüren und anschließend über Coaching oder Supervision bearbeiten.

In einer ähnlichen Richtung lässt sich mit einer Praxisaufstellung arbeiten. Mithilfe des Muskeltests wurde eine Dame ausgewählt, von deren Problemlösung die meisten Teilnehmer profitieren würden. Auch das erwies sich als voller Erfolg, wie „Allein schon für diesen Workshop hat sich die Fahrt nach Fulda gelohnt!“ und ähnliche Aussagen belegen. „Es gab“, so Dr. Melanie Weishaupt, „bewegende Momente, wenn Kollegen sich in der Aufstellung wiedererkannten und konkrete Hilfestellungen für ihr Thema bekamen, das sie vielleicht schon lange belastet hat.“ In der Theorie stellen Paar- und Sexualberatung für Heilpraktiker für Psychotherapie kein großes Problem dar. Zumal es sich ja nicht um eine Therapie handelt, sondern um ein Coaching. Der theoretische Background ist vorhanden, doch es fehlt an Erfahrung. Zum einen ist es schlicht nicht so einfach, allein ein Paar zu beraten. Und zum Zweiten ist Sexualität auf beiden Seiten – für Klienten wie Therapeuten – oftmals mit Scham und Tabus behaftet. Wie damit umgehen? Welche Ansätze gibt es und welche passen zu wem?

Gisela und Herbert Ruffer, beide Heilpraktiker für Psychotherapie, haben sich auf Paar- und Sexualberatung spezialisiert. In aller Regel machen sie die Paarberatung gemeinsam. Dieses Vorgehen hat sich in der Praxis als zielführend erwiesen, denn so fällt es insbesondere Männern leichter, sich auf eine Beratung einzulassen.

Warum und wie verheddert man sich, gerät immer wieder in die gleichen fruchtlosen Auseinandersetzungen? Angefangen von Kleinigkeiten (Wer räumt die Spülmaschine aus? Nein, Du machst das falsch, das geht so besser!) bis hin zu Grundsatzthemen wie „meine Verwandten, deine Verwandten, mein Geld/ unser Geld“. Die Ruffers zeigten, wie man Paare unterstützen kann, mit welchen Hilfsmitteln und Methoden das geht und wie sie individuell auf die jeweilige Paarkonstellation angepasst werden können. Thema Versöhnungsbereitschaft, Versöhnungsrituale. Wie kommt man über Kränkungen hinweg – z. B. das Fremdgehen? Die Referenten machten aber auch deutlich, dass Paarberatung immer auch Trennungsberatung umfasst. Man „muss“ also nicht lernen, wie man zusammenbleiben kann – auch die gesunde Trennung ist eine „erlaubte“ Option. Entscheidend ist die Bereitschaft und Fähigkeit des Beraters, eigene Wert- und Moralvorstellungen außen vor zu lassen. Bei diesen in der Regel zweimal jährlich stattfindenden Symposium (künftig wohl im Wechsel in Präsenz und Online) spielt die soziale Komponente eine besondere Rolle, bieten die Zusammenkünfte doch wie kaum sonst die Gelegenheit zum kollegialen Austausch. Schließlich sind die meisten VFP-Mitglieder „Einzelkämpfer“ in eigener Praxis und haben im Alltag kaum direkten Kontakt zu ihren Berufskollegen. Wir freuen uns schon sehr auf die nächste Veranstaltung. Sobald die Termine und Schwerpunktthemen feststehen, teilen wir Ihnen diese mit.

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