Rezensionen

AUF EINER WELLENLÄNGE
„Resonanz ist nichts, was man besitzt – sie ist eine Haltung zur Welt.“ Mit diesen Worten beendet Frank Kellenberg sein Buch. Es geht ihm nicht um die Vermittlung einer neuen Technik, den Einsatz eines Toolkoffers oder die Inszenierung von großen Firmenevents.
Der Autor ist eher der Mann der leiseren Töne, vielleicht des Untertons. Er gibt den Worten Klangräume, damit sie wirken können. Das setzt voraus, dass Stille nicht in Wortsalven ertränkt wird, sondern als Entfaltungsraum für eine andere, tiefere Kommunikation wirkt. „Wirkung entsteht nicht durch Methode, sondern durch Präsenz“ ist der Autor überzeugt. Gerade in Zeiten von „Erosion von Bindung und Sinn“ ist Resonanz die Sehnsucht „nach stärkerem Kontakt“. Drei Perspektiven eröffnen den Blick auf sein Resonanzverständnis: soziologisch, psychologisch und systemisch. Kellenberg fasst sein Resonanzsystem in drei Modelle: Die Resonanzschleife, die beschreibt, was im Kontakt zwischen Menschen geschieht. Den Resonanzkompass zur inneren Navigation und Selbstresonanz. Und den Resonanzfluss, der als Phasenmodell die wiederkehrenden Bewegungen von Resonanz verdeutlicht. Alle drei Modelle werden ausführlich beschrieben und mit Grafiken visualisiert, sodass ein praktischer Einsatz gut gelingt.
Er stellt sein Resonanzsystem außerdem in verschiedenen Settings vor: Zur Selbstführung in der Vorgesetztenrolle, zur Teamsteuerung als Coach oder HR-Mitarbeiter und im Rahmen der Organisationsentwicklung. Hilfreiche Beispiele mit seinem Protagonisten „Alex“ machen die Theorie sofort lebendig. Diverse kleine Mikro-Interventionen erleichtern den Transfer. So sind kleine Ankommens- und Abschiedsrituale eine gute Möglichkeit des Sicheinlassens. Auch das Spiegeln und 60-Sekunden-Wirkpausen ermöglichen Resonanzmomente. Kleine Geschichten geben Einblick in das Zusammenwirken und Verankern kraftvoller Resonanzbilder.
„Resonanz ist eine Form von Realismus: Sie nimmt Spannung ernst, statt sie zuzudecken.“ Dabei geht es Kellenberg nicht um Perfektion, sondern um Bewusstheit und Wirksamkeit. Frank Kellenberg, BusinessVillage Rezension: Horst Lempart

DAS ENDE DER ANGST
In seinem Buch zeigt der promovierte Neurobiologe und Mentaltrainer Dr. Marcus Täuber, wie Ängste entstehen, wie sie unser Denken und Verhalten beeinflussen und wie wir sie nachhaltig überwinden können. Auf Basis aktueller neurowissenschaftlicher Erkenntnisse erklärt Täuber, dass Angst nicht einfach ein Schicksal ist, sondern ein erlerntes Zusammenspiel aus Gehirnprozessen, Gedankenmustern und Gewohnheiten.
Was sicher die Relevanz für eine breite Leserschaft erhöht, ist dass der Autor typische Formen von Angst anspricht – nicht nur klinische Angststörungen, sondern das, worunter viele im Alltag leiden: Unsicherheit, Grübeln, Perfektionismus, Sorge um die Zukunft und die Beziehung.
Mit seiner „Brain Changer“-Methode bietet Täuber praxisnahe Strategien, die leicht verständlich und sofort umsetzbar sind. Er verbindet Wissen aus der Forschung mit konkreten Übungen für den Alltag – stets mit dem Ziel, Menschen zu mehr Gelassenheit und mentaler Stärke zu führen.
Täubers Schreibstil ist klar, motivierend und lebensnah. Er schafft es, komplexe Zusammenhänge auf das Wesentliche zu reduzieren und dadurch selbst anspruchsvolle Themen greifbar zu machen. Das Buch überzeugt durch seine positive Grundhaltung: Angst wird nicht als Feind gesehen, sondern als Signal, das uns helfen kann, innere Stärke zu entwickeln. Ein inspirierendes und zugleich wissenschaftlich fundiertes Sachbuch, das Mut macht und zeigt, wie verändertes Denken zu mehr Freiheit und Leichtigkeit führen kann.
Dr. Marcus Täuber, Goldegg Rezension: Dr. Werner Weishaupt

PARTNERSCHAFT UNTER SPANNUNG
Ein großer Teil der aktuellen psychologischen Ratgeber beschäftigt sich mit dem Thema Trauma. Nur wenige Bücher fokussieren dabei die Partnerschaft. Dieses Werk zielt darauf ab, Trauma-Dynamiken innerhalb der Partnerschaft aufzudecken und die daraus entstehenden Krisen zu bewältigen. Vier große Bereiche sind in Partnerschaften häufig Auslöser von Konflikten: Ein Ungleichgewicht zwischen Eigenständigkeit und Verbundenheit, unachtsamer Kommunikationsstil, im Verborgenen wirkende Gefühlsebenen und ein nicht erkannter Trauma-Hintergrund. Der Ratgeber führt diese Bereiche zusammen, macht sie verständlich, zeigt die Alternativen auf und weist den Weg zu einer vertrauensvollen, nährenden Partnerschaft. Anleitungen zur Selbsterkundung sowie zahlreiche Übungen und Beispiele aus der therapeutischen Praxis erleichtern diesen. Viele Beispiele aus der Praxis, Selbstreflexionsübungen und Anleitungen, traumatisches Agieren zu verändern, komplettieren den Inhalt. Der 250-seitige Ratgeber ist als Selbsthilfebuch konzeptioniert, kann aber auch Therapeuten dienen.
Die Kapitel führen durch verschiedene Regionen der Beziehungslandschaft. Auf ihrer Reise bekommen die Leser viel Knowhow an die Hand. Sie erfahren, in welchen emotionalen Spannungsfeldern jede Partnerschaft stattfindet, was zahlreiche Verhaltens- und Gefühlsweisen verständlich macht. Dabei werden typische Partnerschaftsfallen wie auch die Entwicklungsmöglichkeiten dargestellt. Man erhält konkretes Handwerkszeug, um die eigene Partnerschaftsdynamik zu entschlüsseln und zu verändern. Zudem erklärt der Ratgeber passende Kommunikationsregeln, die nicht nur direkt zu einem konstruktiveren Miteinander führen, sondern gleichzeitig zu Selbstreflexion und neuer Emotionalität auffordern. Auf diese Weise werden verhedderte Gefühle, Gedanken und Gespräche entwirrt. Fallbeispiele aus der therapeutischen Praxis ergänzen die Erklärungen und machen die besprochenen Aspekte nochmals verständlicher. In diesem Sinne ist der Ratgeber nicht nur für Paare gedacht, die sich bereits in beschwerenden Mechanismen wiederfinden. Er richtet sich auch an junge Menschen, die nicht unbewusst ihre Beziehung einfach „geschehen lassen“ wollen und keine unnötigen Umwege gehen möchten.
Die vorgestellten therapeutischen Konzepte haben sich bereits in vielen Bereichen der Psychotherapie bewährt. Deren Begründer werden eingangs in jedem Kapitel vorgestellt. Der eigene konzeptionelle Ansatz des Ratgebers besteht in der engen Verflechtung der verwendeten Therapie- und Analyse-Tools sowie deren Anpassung an die Paartherapie. Die Kombination hat sich in meinen Sitzungen aus der Beobachtung der bei nahezu allen Paaren vorkommenden Probleme und Dynamiken ergeben. Die Verzahnung der Konzepte mit eigens entwickelten Übungen verschaffen erstaunlich schnell Klarheit und ermöglicht in der Regel sofortige Veränderungen. Volker Straßburg, tredition Rezension: Dr. Werner Weishaupt
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