Hypnotische Desensibilisierung
Herausforderungen schrittweise begegnen mithilfe des Unterbewusstseins
Wir alle erleben im Alltag Herausforderungen und sehen uns manchmal mit Situationen konfrontiert, die gefühlt unsere Kräfte übersteigen. Belastend wird es allerdings, wenn uns gewisse Gegebenheiten so einengen, dass sie massiv Emotionen und Ängste auslösen und uns so das Leben erschweren. Genau dann kann das Instrument der hypnotischen Desensibilisierung eine sanfte Möglichkeit sein, sich schrittweise mit verschiedenen Abstufungen der belastenden Thematik in der Vorstellung auseinanderzusetzen und gestärkt daraus hervorzugehen, um dann auch in der Realität besser mit den belastenden Reizen umgehen zu können. Gelingt es Klienten dann selbsttätig mit den in der Hypnose kreierten Ressourcen und Ankern weiterzuarbeiten, so sind dies wertvolle Schritte in die Befreiung. Aufgrund der positiven Praxiserfahrungen möchte ich Ihnen dieses Instrument und die Hypnose etwas näher vorstellen.
METHODIK
Die hier vorgestellte hypnotische Desensibilisierung stammt in dieser Form vom Schweizer Hypnosetherapie-Experten Gabriel Palacios. Dessen gesamte Methodik beruht auf sehr strengen ethischen Grundsätzen und setzt sich zum Ziel, Klienten in ihrer Selbstwirksamkeit zu bestärken. Aus diesem Grund kommen auch körpereigene Ressourcen zum Einsatz. Das bedeutet, dass persönliche Fähigkeiten Wund Eigenschaften, die in uns schlummern, für die hypnotische Arbeit genutzt werden. Dabei kann es sich um Ressourcen aus vergangenen Momenten handeln, in denen man ein gewünschtes Gefühl bereits hatte, oder auch um zukünftige, wo man dieses Gefühl einmal haben wird. Auch Anker kommen zum Einsatz. Dies sind Schlüsselreize, die mit positiven Gefühlen und Vorstellungen verknüpft sind und diese abgespeichert haben z.B. in Form bestimmter Worte, Klänge, Farben, Vorstellung von Gegenständen, Körperberührungen u.v.m. Ein großer Wert wird bei dieser Methode auf ein ausführliches Vorgespräch gelegt, in dem auch die Möglichkeiten und Grenzen der Hypnose erklärt werden, damit kein falsches Bild entsteht. Ebenso werden stets Wunschgefühle und -vorstellungen sowie der Wohlfühlort abgefragt.
DESENSIBILISIERUNG IN DER HYPNOSE
Beim Instrument der Desensibilisierung geht es darum, eine an eine negative Gefühlswahrnehmung gekoppelte erhöhte Reizreaktion bzw. belastende Überempfindlichkeit bzgl. eines Themas im Rahmen der Hypnose weitestgehend zu mindern oder zu lösen. Dabei wird das Thema (Angst, Unwohlsein etc.) in verschiedene Situationen untergliedert, die eine Bewertung mit einem bestimmten Belastungsgrad zwischen 1 (kaum vorhanden) und 10 (maximale Belastung) erhalten. So soll herausgefiltert werden, wo die Klienten stehen und ihre innere „Toleranz
grenze“ liegt bzw. worin der schlimmste Fall (Stufe 10) gesehen wird. So kommt es zu einer schrittweisen Annäherung zum auslösenden Reiz.
In der Hypnose wird dann eine eigene Ressource des Klienten herangezogen, die ihn in die Situationen, beginnend bei jener mit der niedrigsten und endend mit der höchsten Belastungsstufe, begleitet. In der Vorstellung werden dann, wo notwendig, gedankliche Hilfsmittel, wie Fernbedienungen, Bänder, Fernrohre etc., eingesetzt, um die Wahrnehmung in der Vorstellung und damit die Reizreaktion zu verändern. Um nachhaltig die Klienten zu unterstützen, werden dann mittels der Ressource Anker kreiert. So kann damit im Alltag weitergearbeitet werden. Wichtig ist, nach der Hypnose eine vorerst sanfte Konfrontation im Alltag anzustreben, beginnend mit Situationen der niedrigsten Belastungsstufe. Auch ist es nicht immer notwendig, alle Stufen der Belastungen durchzuarbeiten. Nach und nach soll es zu einer Desensibilisierung des Themas kommen.
ABGRENZUNG
Die Desensibilisierung ist weder als Ersatz für eine Psycho- oder Traumatherapie zu sehen noch dieser zuzuordnen, da hier mit der Ebene des Unterbewusstseins und bestimmten Vorstellungen gearbeitet wird. Auch unterscheidet sie sich maßgeblich von der Konfrontation in der kognitiven Verhaltenstherapie, wo die Klienten aufgefordert werden, sich in der Realität der angstbesetzten Situation zu stellen, bis
die Angst größtenteils oder komplett verschwunden ist. Dort werden die ersten Konfrontationsversuche von den Therapeuten begleitet, danach muss selbst weitergeübt werden. Dabei wird auch der Wert daraufgelegt, dass die Klienten die Konfrontation ohne medikamentöse Beruhigungsmittel oder Nutzung von übermäßigen Sicherheitsmaßnahmen schaffen, um sich ihrer eigenen Stärke bewusst zu werden. Zwar gibt es auch hier ein schrittweises Antasten. In der hypnotischen Desensibilisierung allerdings führen wir dies rein in der Vorstellung durch, verändern dabei die belastenden Emotionen und selbstermächtigen die Klienten mit ihren eigenen Ressourcen, bevor sie sich im Alltag mit den herausfordernden Situationen auseinandersetzen. Die Desensibilisierung soll jedoch auch kein Ersatz für Medikamente und psychotherapeutische Interventionen darstellen und vor allem bei schwerwiegenden Ängsten nicht das erste oder einzige Mittel zur Wahl sein.
BEACHTENSWERTE ASPEKTE
Hypnose ist generell bei vielen Menschen noch sehr angstbehaftet und mit vielen Mythen und Irrtümern versehen, weshalb es vor allem bei Instrumenten wie der Desensibilisierung umso wichtiger ist, bestimmte Aspekte zu beachten und eine gewisse Grundhaltung an den Tag zu legen.
Achtsamkeit: Oft besteht die Angst, in der Hypnose manipuliert zu werden und willenlos zu sein. Zwar besteht eine gewisse Suggestibilität (Empfänglichkeit für Suggestionen), doch behält jeder Mensch auch im Zustand hypnotischer Trance die vollständige Kontrolle über die eigenen Gedanken und Handlungen. Zudem wählt der Hypnosetherapeut gerade bei der hier vorgestellten Methode nur Worte und Formulierungen, die von den Klienten selbst kommen. Er verwendet daher auch keine selbst gewählten Formulierungen und hält sich an abgesprochene Vorgehensweisen. Auch in der Kommunikation ist er sehr achtsam und bedenkt stets, was Worte im Gegenüber auslösen können.
ANGST
Klientenzentriertes Arbeiten: Die Klienten stehen
im Mittelpunkt der Arbeit: Der Hypnosetherapeut wählt ausschließlich die therapeutischen Vorgehensweisen, die gemeinsam mit dem Klienten erarbeitet wurden. Auch Prägungen aus der Vergangenheit werden nicht auf Biegen und Brechen aufgesucht. Die Arbeit mit der Vergangenheit erfolgt nur nach zusätzlicher Einwilligung des Klienten. Auch sonst werden ausschließlich in Rücksprache und im Einverständnis mit dem Klienten weitere Vorgehensweisen erarbeitet.
Interdisziplinarität: Bei komplexen Beschwerdebildern und Themen aller Art muss auf eine entsprechende psychische Stabilität geachtet werden. Aus diesem Grund ist eine Zusammenarbeit mit Ärzten, Psychotherapeuten und auch Heilpraktikern für Psychotherapie anzustreben, um mit der hypnotischen Arbeit keine anderen Vorgehensweisen zu tangieren. Je nach Ausbildung eines Hypnose-Anwenders darf nicht mit vorliegenden Krankheitsbildern gearbeitet werden, sofern keine Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde vorliegt. FALLSTUDIE
Eine 52-jährige Frau kommt seit Jahren regelmäßig in meine Praxis, um an verschiedenen Themen zu arbeiten. Sie ist stark übergewichtig, litt früher unter Panikattacken und Burnout. Medizinisch ist sie gut eingestellt und wird regelmäßig ärztlich kontrolliert. Die Panikattacken sind nur mehr sehr selten ein Thema und durch die gemeinsame Erarbeitung von Entspannungsverfahren, mentalen Techniken und Hypnose meistert sie ihr Leben erfolgreich. SITUATIONSANALYSE
Dieses Mal kontaktiert mich die Klientin, weil sie in knapp zwei Monaten mit ihrer jüngeren Schwester und den beiden Eltern auf eine Kreuzfahrt nach Norwegen fahren möchte. Es ist ein Geschenk für die Eltern. In der Vergangenheit haben wir vor einem Urlaub sowie einer längeren Kur bereits gearbeitet, weil sie stark unter Heimweh litt und die Sorge vor Überanstrengung aufgrund des Gewichts hatte. Diese beide „Reisen“ absolvierte sie erfolgreich und fühlte sich dann sehr wohl.
Nun hat die Klientin Angst vor der Kreuzfahrt, weil sie kürzlich einen deutlichen Rückfall im Bereich der Panikattacken hatte und sich nun den Kopf zerbricht, was sie tun soll, wenn ihr das auf hoher See passiert. Ebenso bereitet ihr die Vorstellung Unbehagen, vollkommen abgeschnitten von Land zu sein und Kontakt mit so vielen Menschen zu haben (auf dem Schiff sind 3 000 Passagiere). Medikamentös ist die Klientin eingestellt und hat den ärztlichen Rückhalt. Sie berichtet über Dauernervosität, die sich steigert, wenn sie an die Kreuzfahrt denkt, E-Mails mit Informationen liest, geschweige denn Unterlagen für die Reise ausdrucken muss.
PLANUNG DER ZUSAMMENARBEIT
Wir vereinbaren in den nächsten 4 bis 6 Wochen im Abstand von 2 bis 3 Wochen, ihr mit hypnotischen Prozessvorlagen und anderen Verfahren bedarfsorientiert Unterstützung zu bieten. Die Hypnose fragt die Klientin selbst an, da ihr diese bereits bei anderen Themen schon sehr geholfen hat. Ziel soll sein, dass sie die Zeit bis zur Kreuzfahrt für die Vorbereitungen nutzen kann, ihre Vorfreude, die auch besteht, steigern und sie die Reise auch genießen kann. HYPNOTISCHE DESENSIBILISIERUNG
Nach der Anamnese und dem Besprechungstermin kommt sie zwei Wochen später zur Hypnose, wo wir uns auf das Instrument der Desensibilisierung konzentrieren. Dieses bietet sich an, da die Belastung in unterschiedlichen Situationen anders wahrgenommen wird. Ich bitte die Klientin daher, eine Skalierung von 1 bis 10 vorzunehmen. 1 bedeutet minimal und 10 maximal belastet:
Aufregung kann auch positiv sein und du kannst trotzdem Spaß haben.
Stufe 2 zu Hause auf dem Sofa, in Ruhe Stufe 4-5 Grundbelastungslevel aktuell, z.B. Buchungsunterlagen drucken, E-Mails zur Reise beantworten
Stufe 6-7 Vorstellung, den Flug zu versäumen Stufe 7 über die Reise oder Ausflüge vor Ort sprechen
Stufe 8 der Flug an sich und die beiden Tage, den die Kreuzfahrer nur auf See verbringen
Stufe 10 Vorstellung, Panikattacke auf dem Schiff und sie nicht mehr in den Griff zu bekommen
Im Vorgespräch erfrage ich einen für sie angenehmen Entspannungsort (das Sofa zu Hause, da es dort bequem und ruhig ist) sowie Wunschgefühle und -vorstellungen, die die Basis für die folgende Hypnose sein sollen: gelassen, entspannt, neugierig, abenteuerlustig, freudig.
Wir beginnen mit der Induktion und ich begleite sie an ihren Entspannungsort. Anschließend suchen wir eine körpereigene Ressource. Dabei erwähnt sie die kürzliche Geburtstagsfeier ihres Schwagers, bei der sie sich mit der Familie als Band verkleidet hat und sie ihm alle ein Ständchen dargeboten haben. Ihr damaliges Ich ist ihre Ressource.
Wir begeben uns nun in der Vorstellung in die oben beschriebenen Situationen unterstützt von der Ressource und beginnen mit Stufe 4-5. Dort gibt ihr die Ressource das Sakko, das sie zur Geburtstagsfeier getragen hat, als Hilfsmittel sowie die Formulierung „Aufregung kann auch positiv sein und du kannst trotzdem Spaß haben“ mit. Durch die Unterstützung der Ressource nimmt die Belastung deutlich ab und wir können in die nächste Stufe gehen. Ich frage die Klientin immer zuerst, wie es ihr geht, und bitte sie, mir Bescheid zu geben, bevor wir weitergehen können. Die Vorstellung, den Flug zu versäumen, erscheint ihr nun ebenfalls belanglos. Für Situationen, in denen sie jetzt im Vorfeld über die Reise sprechen muss, legt ihr die Ressource bestärkend beide Händeauf die Schultern und sie fühlt sich deutlich entspannter und gelassener. Als wir uns dem Tag auf See widmen (Stufe 8), braucht sie eine Fernbedienung als Hilfsmittel, mit der sie nicht nur die Laufstärke auf dem Schiff minimieren, sondern auch die Vorgänge am Schiff stoppen kann. Ihre Befürchtung, vom Land getrennt zu sein, lässt sich durch einen Balken vom Schiff zum Ufer und einer horizontalen Rolltreppe, die sie jederzeit an Land bringt, verändern. Zur Stärkung des Gefühls, gelassen, neugierig und entspannt zu sein, hilft ihr auch noch das Wissen, mit ihrer zweiten Schwester telefonieren zu können. Sie stellt sich diese und sich selbst verbunden in einer liegenden Acht vor.
Die letzte Stufe ist die Angst an Bord. Aufgrund der ethischen Haltung der Achtsamkeit führe ich sie nicht in eine Panikattacke! Die Ressource gibt ihr hier als Unterstützung die Vorstellung eines roten Nebels um sie herum mit und legt ihr auch wieder die Hände auf die Schultern. Außerdem stellt sich die Klientin eine Verbindung in Form einer Schnur zwischen sich und der Ressource vor. Somit fühlt sie sich auch hier geborgen und wohl. Die Belastung ist nicht verschwunden, sondern auf einen Wert von 3 gesunken. Abschließend frage ich sie noch, was sie sich gerne mitnehmen möchte, damit sie sich auch zukünftig gelassen, entspannt, freudig und abenteuerlustig fühlen kann: die Vorstellung vom Sakko, der Hände der Ressource auf den Schultern, die liegende Acht und die Verbindungsschnur. Diese Elemente sind nun die Anker, mit denen sie auch im Alltag weiterarbeiten soll. Langsam hole ich sie aus der Hypnose zurück, notiere ihr die Anker und bitte sie, sich im Alltag ganz sanft mit den Belastungen zu konfrontieren: E-Mails beantworten, Gespräche führen etc. Mit einem guten Gefühl geht sie nach Hause.
RESSOURCENORIENTIERTE HYPNOSE
Zweieinhalb Wochen später kommt die Klientin wieder und berichtet, dass sie ohne Probleme E-Mails für die Kreuzfahrt beantworten konnte und endlich auch die Buchungsunterlagen ausgedruckt hat. Sie spüre zwar noch eine innere Anspannung, würde diese aber nicht mehr negativ bewerten. Dieses Mal möchte sie sich mehr auf ihre Furcht vor vielen Menschen fokussieren, denn diese würden sie auch bei Feierlichkeiten manchmal überfordern. Ich frage
wieder den Entspannungsort (bleibt gleich) sowie die Wunschgefühle und -vorstellungen ab: munter, interessiert, ruhig, gelöst von anderen.
Wir wählen dieses Mal eine einfache ressourcenorientierte Hypnose mit Anker als Technik. Ihre Ressource kommt dieses Mal von einem Moment vor einigen Monaten, als sie auf ambulanter Kur war und ihr ein junger Mann beim Essen etwas Technisches am Smartphone gezeigt hatte. Diese Ressource hilft der Klientin in der Hypnose bei einer Situation am Schiff, wo viele Menschen sind, und gibt ihr als bestärkenden Satz mit: „Bei allen Situationen kannst du etwas Neues entdecken und neue Fähigkeiten entwickeln.“ Ihr Gefühl, die vielen Menschen würden ihr zu nahekommen und sie einengen, kann sie in der Hypnose abgrenzen durch das Codewort ihrer Ressource „Jetzt“. Auf meine Frage, wie sie das gewünschte Gefühl auch zukünftig wahrnehmen möchte, konstruierte sie folgenden Anker: die Vorstellung einer Box aus Serviettenpapier (solche Boxen bastelt sie sehr gerne), die umgeben ist von rotem Nebel. Ich begleite die Klientin aus der hypnotischen Trance und notiere die Anker. Nach diesem Termin fühlt sich die Klientin sehr gelöst und beruhigt.
POSTHYPNOTISCHE SUGGESTIONEN
Der dritte Termin findet wieder zwei Wochen später, aber etwa eine Woche vor der Kreuzfahrt statt. Die Klientin berichtet, dass sie sich ein Sommerkleid gekauft habe und sich sehr auf die Reise freue. Von belastender Nervosität oder der Unfähigkeit darüber zu sprechen, ist nichts mehr zu merken. Den Fokus für diesen Termin möchte sie noch auf die Kreuzfahrt selbst legen, zur Verstärkung dessen, was wir bisher schon erreichen konnten. Wir arbeiten mit posthypnotischen Suggestionen, das heißt Formulierungen über Wunsch-Gefühle und -Vorstellungen, die vom Klienten entspringen und dann in der Hypnose sowie darüber hinaus wirken sollen. Da sie mich um Beispiele für Suggestionen bittet, nenne ich ihr solche, lasse sie aber auch selbst formulieren. Folgende Suggestionen möchte sie in die Hypnose einbauen:
– In mir gibt es einen sicheren Ort, an den ich mich jederzeit zurückziehen kann. – Ich bin bei mir und handle frei.
– Ich erlange von diesem Moment an immer mehr innere Stabilität.
– Ich verwandle meine Angst in Energie.
Ich erfrage vor dem Beginn den Wohlfühlort – eine Sitzbank an einem Bachverlauf – sowie Wunschgefühle: stark, ruhig, sicher. Im Rahmen der Induktion besuchen wir den Wohlfühlort und suchen danach eine zukünftige Ressource auf, die sich wie gewünscht fühlt. Die Ressource drückt der Klientin in der Vorstellung die Hände, was ein Anker wird. Der zweite ist die Vorstellung einer Blase, in der sich die Klientin mit ihrer Familie aufhält und auf bequemen Liegestühlen ausruht. Ihre posthypnotischen Suggestionen baue ich in der Hypnose immer wieder ein und hole die Klientin wieder zurück. Auch nach diesem Termin gebe ich ihr ihren Anker und die Suggestionen schriftlich mit, damit sie selbstständig weiterarbeiten kann.
STATUS QUO
Etwa drei Wochen nach der Kreuzfahrt kommt die Klientin wieder, weil sie eine Klangschalenbehandlung möchte. Sie berichtet ganz begeistert von der Reise und den vielen Eindrücken und ist so dankbar, dass sie sich der Herausforderung gestellt hat. Es gab nicht die geringsten Zeichen einer Panik oder anderer Befürchtungen während der Zeit an Bord. Die Kreuzfahrt war einfach nur wunderbar und sie freut sich über diese Erfahrung. FAZIT
Die hypnotische Desensibilisierung ist eine ideale Technik, um ein komplexes bzw. vielschichtiges Thema in Einzelaspekte aufzuspalten, wenn es um verschieden belastende Einstufungen geht. Die Konfrontation über das Unterbewusstsein soll sanfter, jedoch nicht weniger effektiv sein, als jene in der Realität. Mithilfe eigener Ressourcen wird es Klienten in der Hypnose möglich, unterstützt durch Hilfsmittel und Anker das belastende Gefühl hin zur Gesamtthematik zu verändern. Die Desensibilisierung erhebt keinen Anspruch auf Ersatz für eine Psychotherapie oder kognitive Verhaltenstherapie, sondern möchte ein ergänzendes Verfahren sein, das die Klienten wieder in die Selbstwirksamkeit begleitet und sie sanft mit den bestehenden Herausforderungen zu einem Thema konfrontiert, wodurch dies auch im Alltag leichter möglich wird.
Literatur
Gabriel Palacios (2020): Hypnotisiere mich. Cameo Verlag
Philipp Feichtinger Heilpraktiker, Naturheilund Hypnosetherapeut, Organetiker, Coach, Dipl. Lebens- und Sozialberater, Autor, Praxis in Riedau/ Österreich