Überlastung (Stress) im Alltag – Mikronährstoffe im Fokus

FP 0521 komplett app Page12 Image1Unser modernes Leben führt schnell zu einer subjektiv empfundenen Überlastung und oft zu psychosomatischen Symptomen.

Der Begründer des Begriffs „Homöostase“, der US-amerikanische Psychiater Walter Bradford Cannon, definierte diese wie folgt: Die Homöostase ist das physiologische Streben nach Einhaltung eines Gleichgewichts, das für die Lebenserhaltung und Funktion eines Organismus oder Organs notwendig ist.

Bildlich stellt sich das für Patienten (immer m/w/d) leicht verständlich dar:

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Auch wenn die Überlastung bzw. der Stress hier nur einer von mehreren Faktoren ist, lohnt der Blick aufs Ganze, denn auch bei allen anderen Ursachen sind Mikronährstoffe wirksam, um die Homöostase wieder herzustellen.

Stress kann – nach den Lehren des Psychologen und Stressforschers Richard S. Lazarus – sehr unterschiedliche Ausprägungen haben. Wie wir individuell reagieren, hängt von der subjektiven Bewertung einer Überlastungssituation ab und ob wir genügend Ressourcen zum Stress-Management haben. Gelingt hier keine Lösung, kommt es zum Dauerstress mit all seinen gesundheitlichen Folgen.

Die Auswirkungen von Überlastung und Stress auf den menschlichen Körper wurden vom US-amerikanischen Neurophysiologen Bruce Sherman McEwen beschrieben. Er untersuchte den Einfluss von Stress auf das Gehirn.

Er definierte den Begriff „Allostase“ oder auch den Preis, den dein Körper für andauernden Stress bezahlt. Allostase basiert im Wesentlichen darauf, die erwähnte Homöostase zu erhalten.

Allostatische Systeme sind: Hormonsystem, autonomes Nervensystem, Immunsystem, kardiovaskuläres System etc.

Kurzfristig wird dadurch erreicht: Adaptation des Körpers an Stress

Langfristig kommt es aber zu: chronischer Unter- oder Überaktivität von allostatischen Systemen, die zur Abnutzung des Körpers führt

Typische Symptome für Überlastung

  • Gereiztheit, Zynismus, aber auch Antriebslosigkeit und Selbstzweifel
  • Verlust des Selbstwertgefühls
  • Ein- und Durchschlafstörungen mit Aufwachstörungen
  • Vegetative Symptome wie Schwindel, Herzrhythmusstörungen und Angina-Beschwerden, Tinnitus, Hörsturz, Zähneknirschen

Therapeutische Strategien bei Überlastung und Stress

Vitalstoffe und ihre Funktion im Überblick:

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Seelisch-psychische Therapiestrategien:

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Mikronährstoffe bei Überlastungssyndromen und Stress

Erhöhter Energiebedarf bei Überlastung

Es verwundert nicht, dass die beschriebenen Mechanismen mit einem erheblichen Energiemehrbedarf verbunden sind. Ein Energiemangel verschärft daher Stress-Symptome. Energie wird in unseren Zellen in den Mitochondrien gebildet. Eine wesentliche Substanz hier ist das Coenzym Q10. Diese vitaminähnliche Substanz kann der Körper zwar ca. bis zum 40. Lebensjahr selbst herstellen, aber die Eigenproduktion reicht bei Menschen mit chronischem Stress bei Weitem nicht aus. Insofern ist bei chronischem Stress jeden Alters die Gabe von Coenzym Q10 notwendig, um den Energiebedarf zu decken.

Zusätzlich kann Coenzym Q10 freie Radikale abfangen. Die höchste Aufnahme an Coenzym Q10 lässt sich mit in Oxidation fixiertem Coenzym Q10 erreichen (z. B. Q10 Bio-Qinon Gold von Pharma Nord). In der sog. Navas-Studie lag die Aufnahme bei 83 %. Menschen mit chronischem Stress sollten täglich 200 – 300 mg Coenzym Q10 ergänzen.

Besonders die Kombination von chronischem Stress in Verbindung mit Menschen, die Cholesterinsenker vom Typ der Statine einnehmen, führt zu einem massiven Energiedefizit. Hier trifft der erhebliche Mehrbedarf an Energie durch die beschriebenen biochemischen Vorgänge auf eine zusätzliche Blockade des Coenzyms Q10 durch die Statine. Statine blockieren zur Cholesterinsenkung die Mevalonsäure. Diese Blockade unterbindet aber die Coenzym-Q10-Bildung um bis zu 75 %. Die Alpha-Liponsäure (600 –1800 mg tgl.) ist ebenfalls wesentlich in der Energiebildung und im Abfangen freier Radikale und verstärkt die Wirkung von Coenzym Q10.

Oxidativer Stress im Stress und in Überlastungssymptomen

Stressreaktionen sind auch mit einem erheblichen oxidativen Stress assoziiert. Dabei werden Körperzellen durch freie Radikale in ihrer Funktion beeinträchtigt oder zerstört. Speziell bei chronischem Stress werden die beschriebenen negativen Stressfolgen verschärft. Um diese bedrohliche Situation zu entschärfen, bedarf es einer guten Versorgung mit Antioxidantien. Hier ist besonders die Bedeutung von Selen hervorzuheben. Dieses Spurenelement ist Hauptbestandteil der Glutathionperoxidase. GPX ist das wichtigste antioxidative Enzymsystem im menschlichen Körper. Pro Molekül GPX werden vier Atome organisches Selen benötigt.

Die Selenversorgung in Europa ist schlecht. Täglich werden 100 µg Selen benötigt – bei Menschen mit Stress und Überlastung sogar 200 µg. Mit der täglichen Nahrung können maximal 35 µg Selen in Deutschland zugeführt werden. Die oft empfohlene Paranuss kann den Bedarf decken, aber die meisten Produkte sind mit Viren und radioaktiven Substanzen kontaminiert, sodass Nahrungsergänzungen eine gute Alternative sind. Dabei kann zwischen organischen oder anorganischen Produkten gewählt werden.

Organische Produkte haben den Vorteil, nahezu vollständig resorbiert zu werden und eine längere Halbwertzeit als anorganische Produkte zu haben. Zudem gibt es für organische Selenprodukte (z. B. Seleno-Precise von Pharma Nord) Speicher im Körper – für anorganische Produkte nicht.

Natürlich sind auch alle anderen Antioxidantien wichtig und sollten z. B. im Rahmen eines Multivitamins gegeben werden.

Regeneration bei Überlastung und Stress – die Rolle des Serotonins

Regeneration bei Stress und Überlastung ist für den Menschen überlebenswichtig. Nach einer Untersuchung des Penn State College für Medizin in Pennsylvania (https://www.ahajournals.org/doi/abs/10.1161/jaha.117.005479) mit einem Durchschnittsalter von 49 Jahren ist es erwiesen, dass ein Schlafmangel das Herzinfarktrisiko verdoppelt. Das deckt sich mit vielen anderen Untersuchungen. In der Therapie wird daher gerne von einer guten „Schlafarchitektur“ gesprochen. Um den Schlaf zu optimieren und sich zu regenerieren, ist eine ausreichende Menge des Hormons Serotonin erforderlich.

Leider kann Serotonin nicht als Supplement gegeben werden, denn es durchdringt nicht die Blut-Hirnschranke. Eine Steigerung des Serotoninlevels gelingt daher nur über den Umweg L-Tryptophan. Um den Energielevel über Katacholamine (Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin) zu steigern, braucht es die Aminosäure L-Phenylalanin.

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Weitere Vitalstoffe zur Behandlung von Stress und Überlastung

Mikronährstoffkombinationen haben sich deutlich besser bewährt als die Gabe einzelner Stoffe. Gute Multivitamin-Supplemente beachten alle nötigen Interaktionen.

Die eingesetzte Mikronährstoffergänzung sollte nicht nur alle Vitamine und Spurenelemente, sondern auch alle sekundären Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und L-Carnitin enthalten.

Omega-3-Fettsäuren gelten als wichtiger Bestandteil einer Anti-Stress-Therapie. Es wird angenommen, dass ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren die Verbindung zwischen den psychischen Symptomen und den häufig begleitend auftretenden körperlichen Symptomen bei Stress und Überlastung darstellt.

Einen wichtigen Teil zur Therapie der Überlastung steuert L-Carnitin bei. Es reguliert die Ausschüttung der Neurotransmitter an den Nervenenden und fördert so die Entspannung und Regeneration.

B-Vitamine

Vitamin B2: spielt eine wichtige Rolle bei der Entgiftung von Stoffwechselendprodukten.

Niacin: steigert die Energiebereitstellung. Es beeinflusst die Stimmung und sorgt für einen guten Schlaf, was der Regeneration bei Stress dient. Ein Niacinmangel führt zusätzlich zu Verwirrung, Konzentrationsstörungen und Nervosität. Ist der Niacinmangel erheblich, sind Depressionen, Halluzinationen und Verwirrung die Folge.

Vitamin B6 – Pyridoxin: fördert die Niacin-Biosynthese aus Tryptophan. Zusätzlich fördert es die Neurotransmitter-Biosynthese, daher die Bildung von Serotonin, Dopamin etc. Vitamin-B6-Mangel führt zu eingeschränktem Tryptophan-Stoffwechsel und so zu depressiven Verstimmungen.

Biotin: unterstützt die Energiebildung von Gehirn und Nervenzellen. Ein Biotinmangel fördert Stress-Symptome und verursacht leichte Depressionen und massive Erschöpfung.

Folsäure: fördert die Energiegewinnung und die Bildung von Serotonin und Dopamin.

Cobalamin – Vitamin B12: unterstützt die Produktion von Glücks- und Antriebshormonen (Serotonin, Dopamin). Es unterstützt das Gehirn und das Nervensystem, indem es die Ausbildung der Nervenscheiden fördert. Ein Mangel an Vitamin B12 ist eine häufige und einfach zu behandelnde Ursache von Depressionen und Demenzen.

Vitamin D: steigert die Umwandlung zu Serotonin. Die bisher verfügbaren Studien legen nahe, dass der Stresslevel und die Überlastungssymptome ab einem Blutspiegel von 30 ng/ml deutlich abnehmen. Solche Werte werden üblicherweise mit Dosen von 2 000 – 4 000 IE tgl. (z. B. Vitamin DPearls von PharmaNord) von den meisten Menschen erreicht.

Omega-3-Fettsäuren: Das menschliche Gehirn besteht zu einem großen Anteil aus Omega-3-Fettsäuren. Diese sind wichtig für die Signalübertragung und ungestörte Membranfunktion, also wichtige Funktionen, die auch für die psychische Gesundheit und zur Stressabwehr von großer Bedeutung sind.

Zusammenfassung

Überlastung und Stress können schnell zu ernsten Krankheiten führen. Neben allgemeinen Stress reduzierenden Maßnahmen sind Vitalstoffe in der Stressabwehr sehr wirksam.

Nathalie SchmidtNathalie Schmidt
Lebensberaterin, Reiki-Therapeutin,
Spezialistin für Vitalstofftherapie, Autorin
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Dr. med. Edmund SchmidtDr. med. Edmund Schmidt
Facharzt für Allgemeinmedizin, Chirotherapie, Ernährungsmedizin, Schmerz- und Vitalstofftherapie, Autor
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Foto: ©Monster

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